Chronik/Historie
Sechzig Jahre Sportgemeinschaft Siemens Erlangen Leichtathletik – das bedeutet auch viele Jahre gut behütet durch das Haus Siemens. Wir bedanken uns herzlich für die fortwährende gute Unterstützung! Aber das ist nicht die ganze Story, denn es ist wirklich viel passiert in mehr als einem halben Jahrhundert. Mit Hilfe der beiliegenden zusammenfassenden Chronik können wir auf sehr abwechslungsreiche Jahrzehnte zurückblicken und auf die Persönlichkeiten und Erfolge, die die SGS-Leichtathletik in Erlangen geprägt haben.
Was sich von damals zu heute wesentlich geändert hat, ist das gesellschaftliche Umfeld für die Aktiven und die Verantwortlichen. Wie war dieses Umfeld damals im Vergleich zu heute? Die Medien drängten sich nicht so nach vorne und der Druck im Beruf war bei weitem nicht so hoch. Die jugendlichen Talente wurden nicht von Medien, Internet und PC-Spielen vereinnahmt, nein, sie kamen viel leichter zum Sportverein, und die Betreuer und Funktionäre hatten viel mehr Zeit, sich um sie zu „kümmern“. Heutzutage steht man im Job so unter Strom, dass die arbeitsintensive Organisation von Wettkämpfen und die einer Sportabteilung nur noch im Team möglich ist. Als Sportart hatte die Leichtathletik damals noch eine Lobby, und so kam es dazu, dass ganze Leichtathletik-Damen- und -Herrenmannschaften der SGS Erlangen erfolgreich am Bayerncup-Mannschaftswettbewerb teilnahmen. Als dies zurückging, wurde Anfang der 70er Jahre die Leichtathletik-Gemeinschaft Erlangen (LGE) gegründet, die sich finanziell auf den Förderkreis der Erlanger Leichtathletik verlassen konnte. Auch dieser Schwung ließ nach, in der LGE und auch bei der SGS. Ein ausgefeiltes Leichtathletik-Training für (spezialisierte) Jugendliche und Erwachsene konnte bei der SGS „mangels Masse“ (bei Sportlern und Trainern/Betreuern) nicht mehr angeboten werden. Nur im Schülerbereich funktionierte das noch – auch dank der jahrelangen guten Arbeit des Ehepaars Sulica.
Eine Ausnahme war und ist immer noch der boomende Laufbereich, denn es war schon immer einfacher, die Laufschuhe zu schnüren, loszutraben und gemeinsam zu trainieren. So hielten ab Mitte der 80er bis heute gerade die SGS-Läufer die Fahne der LGE bei Wettkämpfen hoch. Wie dies gut gelingt, zeigt beispielsweise die Teilnahme einer LGE-Mannschaft mit vier SGSlern am Jenaer Kernberglauf 2008 und auch 2013, wodurch die sportliche Partnerschaft zwischen Erlangen und Jena nach 20 Jahren erneut bekräftigt wurde. Aber auch die Fahrten in die schwedische Partnerstadt Eskilstuna, nach Lignano auf Einladung der Freizeitgemeinschaft Sie- mens Italien (2009 und 2014) und Wladimir 1992 belegen dies. Zum Winterwaldlauf kam nicht nur der Gegenbesuch von Sportlern aus Jena, sondern auch Teilnehmer aus den Partnerstädten Stoke-on-Trent und oft aus dem russischen Wladimir.
Gründerjahre und Erfolge bis 1989 Am 15. Juli 1958 hob man die Leichtathletikabteilung aus der Taufe. Die Gründungsmitglieder H. Koschwitz und Waldemar „Walter“ Knauer wurden zum Vorsitzenden und zum Sportwart gewählt. Einen ersten Höhepunkt für die SGS-Leichtathleten bildete 1962 der Vergleichskampf Racing Straßburg gegen Siemens Nürnberg/ Erlangen in Frankreich, der von den deutschen Gästen überlegen gewonnen wurde. Ende 1962 übernahm der erfolgreiche 800-m-Läufer Waldemar Knauer den Vorsitz der Leichtathletikabteilung.
Unser Sportfeld nutzten wir zunehmend für größere Veranstaltungen und wir verbuchten auch große sportliche Erfolge. 1963/64 richtete die Leichtathletikabteilung die Mittelfränkischen Meisterschaften und 1966 die Bayerischen Jugend-Mehrkampfmeisterschaften mit über 300 Teilnehmern aus. Heinfried Engel erzielte mit 1,86 m im Hochsprung einen Bayerischen Jugendrekord. Unter der Anleitung unseres Sportlehrers Gustl Stührk sprang er im Jahr 1964 bei den Kreismeisterschaften von Nürnberg/ Fürth/ Erlangen auf unserer Sportanlage mit 4,50 m einen neuen Deutschen Jugendrekord im Stabhochsprung (Bild links). Danach wechselte er zum SV Siemens Nürnberg, gewann 1964 und 1965 die Deutsche Jugendmeisterschaft im Stabhochsprung und wurde 1966 sogar Studentenweltmeister.
Unser Mehrkämpfer Wolfgang Gajewski rangierte in der deutschen Bestenliste der Jugend auf Platz 15 und unser damaliger Sportwart Jörg Weißer erzielte bei den Kreismeisterschaften in Nürnberg mit 7,28 m im Weitsprung eine hervorragende Weite.
In der Frauenklasse war es Hannelore Menzel, die im Speerwerfen 1967 und 1968 Deutsche Juniorenmeisterin wurde. Insgesamt fünfmal konnte unsere Männermannschaft bei den Erlanger Großstaffelläufen den Wanderpreis des Stadtverbands erringen. Bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft errangen unsere Männer in den Jahren 1967 bis 1969 jeweils den 1. Platz in Mittelfranken und brachten den Wanderpokal für immer in die Vitrinen der SG Siemens.
1970 schlossen sich die Leichtathleten der SG Siemens mit anderen Erlanger Vereinen zur Leichtathletikgemeinschaft Erlangen (LGE) zusammen, um gemeinsam zu trainieren und bei Wettkämpfen als Startgemeinschaft erfolgreicher aufzutreten. Beim Durchgang zur Deutschen Mannschaftsmeisterschaft in der Regionalliga belegte die LGE mit 19711 Punkten den 1. Platz in Bayern. Bester der daran beteiligten Aktiven der SGS war Heinz Deuerling mit 2,05 m im Hochsprung.
Unserer Frauenmannschaft glückte beim Bayerncup-Endkampf 1979 in Bamberg der 4. Platz. Diesen stolzen Erfolg errangen unsere Mitglieder Christiane Otten, Eva Ott, Elke Peterson, Christine Mayer, Sibylle Weyer und Anke Fink zusammen mit drei Damen aus anderen Vereinen der LG Erlangen. Im Bild unten sind v.l.n.r. zu sehen, stehend: Otten, Weyer, Ott sowie kniend rechts Peterson. Sie waren bereits im Jahr 1974 als Mehrkampfmannschaft der Schülerinnen A erfolgreich gewesen.
Erneute Siege im Bayerncup-Endkampf erzielten 2002 die LGE-Frauenmannschaft, 1988 und 2007 auch die Männermannschaft. Dabei wirkten für die SGS Kugelstoßer Frank Görzig, der 1992 im Kugelstoßen mit dem Gewinn der Bayerischen Seniorenmeisterschaft in der Klasse M 30 seinen größten persönlichen Erfolg feierte, und Mittelstreckler Jean-Jacques Faurie mit.
Immer weniger jugendliche Talente zog es seit den 80er Jahren zu den Sprung- und Wurfdiszipli- nen. Nur die Läufer der SGS ließen noch aufhor- chen. Ebenfalls 1979 gewann eine Dreier-Mann- schaft der LG Erlangen mit den SGS’lern Wolf- gang Burkhardt und Herrmann Volland in Grieß- heim den Deutschen Meistertitel der Senioren M40 im 25-km-Lauf.
1982 gewann Stefan Höscheler die Bayerische A-Jugendmeisterschaft im 5000-m-Lauf und wurde Deutscher Vizemeister mit der 3 x 1000-m-Staffel der LGE. Das Bild links zeigt ihn beim Bayern-Cup Endkampf in Erlangen 1987 in der Mitte.
Der Kugelstoßer Horst Görzig leitete die SGS-Leichtathletik (im Bild links neben „Walter“ Knauer [† 2005]) von 1985 bis 1989. Er betreute auch die Männermann- schaft der LGE, die 1988 überraschend im Bayern-Cup für Vereinsmannschaften siegte.
Rudi Kunstmann brach 1986 mit 2:27:51 Std. den Erlanger Stadtrekord beim Ber- liner Marathonlauf (das Bild unten zeigt ihn kurz vor dem Ziel in Berlin), der bis zum Jahr 2000 halten sollte. Im Jahr 1987 gewann er die Bayerncup-Serie der Straßenläufer in der Klasse M 30. Zusammen mit John Stackmann belegte er 1990 den 3. Mannschaftsplatz bei den Bayerischen Meisterschaften im Marathonlauf.
Mit dem Ziel, wieder attraktive Leichtathletik im Leistungs- und Breitensport sowie für den Nachwuchs anzubieten, übernahmen wir 1990 als ein junges Team unter Leitung von John Stackmann die Verantwortung, um die erfolgreiche Arbeit Walter Knauers fortzuführen. Allerdings sind jetzt anstatt der allgemeinen Leichtathletik mehr der Laufbereich, der Breitensport und die Schülerleichtathletik im Vordergrund. Zum Vorstand gehören neben John noch bisher Peter Becker sowie später Dr. Thomas Hofmann (im Bild links ist der neue vom alten Vorstand umrahmt: vlnr. Walter, Rudi, Peter, John und Horst). 2017 werden wir e.V. (eingetragener Verein).
Unter Johns Leitung organisierten wir als SGS-Leichtathleten gleich die meisten Leichtathletik-Veranstaltungen Erlangens in den 1990er Jahren.
Der Nachwuchsförderung diente von 1963 bis 2007 jedes Jahr das Walter-KnauerHallensportfest für Schüler, bei dem 1995 mit 171 aktiven Teilnehmern die größte
Beteiligung erreicht wurde. (Beendet als keine SGS-Schüler mehr teilnahmen.)
Die größte Veranstaltung der SGS-Leichtathleten war bis 2007 das Erlanger Frühjahrskriterium (bis 1992 und von 2005 bis 2007 mit 25-km, von 1993 bis 1998 mit
Halbmarathon als Hauptlauf) beim TV48 Erlangen – mehrfach als Bayerische und Süddeutsche Meisterschaft gewertet. Dabei starteten über 900 Teilnehmer, darunter
deutsche und internationale Spitzenläufer. Um die Schüler mehr für den Sport zu begeistern, wurde dabei schon 1994 der Schülerlauf um den Johnny-Pokal aus der
Taufe gehoben.
Seit dem 40-jährigen Jubiläumsjahr der Leichtathletikabteilung 1998 veranstalteten die SGS-Leichtathleten den Erlanger Winterwaldlauf (zunächst 10 km als Hauptlauf und Schülerlauf um den Johnny-Pokal), der ähnlich viele und ab 2012 sogar noch mehr Teilnehmer anlockte wie zuvor das Frühjahrskriterium. Letzteres wurde in den Jahren 2005 bis 2007 wieder sehr erfolgreich am Siemens Forschungszentrum durchgeführt. Dabei lockten neben den 10-km mit Siemens-Wertung die Sportler die
klassische 25-km-Strecke zur Marathonvorbereitung an.
Die neue Rekordbeteiligung lag 2007 bei 1207 Teilnehmern im Ziel. Danach wurde der Winterwaldlauf sehr erfolgreich weiter veranstaltet, wobei nicht nur die Qualität stimmte, sondern auch durch mehr attraktive „Bewegungsangebote“ (z.B. neuer 15-km-Lauf ab 2010, neuer Jugendlauf ab 2014, neuer Trail-Lauf ab 2018) noch mehr Interessenten angelockt
werden konnten (2017: 1460). Inzwischen ist diese Veranstaltung durch ihr Organisations- und Sponsorenkonzept finanziell selbsttragend.
Zusammen mit Michael Krug erweckte John nicht nur den Winterwaldlauf, sondern auch die Laufgruppe der LGE (Leichtathletik-Gemeinschaft Erlangen) 1998 wieder zum Leben, die er schon 1985 gegründet hatte, und wird von Michael unterstützt bei der Organisation der sehr erfolgreichen Laufgruppe. Seitdem sind Erlanger Mannschaften beiderlei Geschlechts bei allen Läufen in und um Mittelfranken und weit darüber hinaus immer wieder für Siege gut. Seit 2004 organisieren sie auch die Erlanger Bahnlaufserie, die im April/Mai auf der Tartanbahn des TV 48 stattfindet, und mittlerweile starke Bahnläufer aus ganz Bayern anlockt.
Dauerläufer John Stackmann organisierte nicht nur, sondern absolvierte neben ultralangen Läufen (Platz 6 beim Rennsteiglauf 1992 und 15. bei 100-km-DM 1988) auch besonders seine Marathonläufe seit 1978 erfolgreich, wie z.B. 2004 beim ersten Vollmondmarathon im Nürnberger Land (Zielbild rechts). Er wurde deshalb zum SGS-Sportler des Jahres 2004 gewählt. In den Jahren 1998 bis 2008 siegte er bei der BayernLauf-Cup-Serie der Straßenläufer viermal in seiner jeweiligen Altersklasse. 2018 beendete er den Leistungssport. Für jahrzehntelange ehrenamtliche Organisation im Sport wurde John u.a. mit dem ‘Liberalen Preis 2012‘ ausgezeichnet.
Thomas Drechsler gewann Mittelfränkische Meisterschaften in Serie und erreichte 2001 den 2. Platz der Bayerischen Meisterschaft im 5.000-m-Lauf sowie den 3. Platz der Deutschen Seniorenmeisterschaft in der Klasse M 35 über 10.000 m. Er wurde deshalb zum SGS-Sportler des Jahres 2001 gewählt. Im Jahr 2003 wurde er zweimal Deutscher Vizemeister der M 40 über 3.000 m in der Halle und im Halbmarathon. Karl Mistelberger gewann 2009 den Bayern Lauf-Cup des BLV sowie 2003 und 2006 die Europacup-Serie der Ultra-Marathonläufer in seiner Altersklasse. Dieser Ultra-Lauferfolg gelang Elke Czermin 2006 ebenfalls in der Chronik der SG Siemens Erlangen Leichtathletik Stand: Dezember 2018 W45.
Michael Krug gelang ein Hattrick bei der Bayern Lauf-Cup-Serie der Straßenläufer in den Jahren 2004 bis 2006 in der Klasse M 40. 2008 gewann er diesen Cup zum fünften und 2013 zum sechsten Mal.
1999 wechselte Joseph Katib vom Fußball zur SGSLeichtathletik. Bereits 2001 wurde der A-Jugendliche 7. bei den Deutschen 3000-m-Meisterschaften. 2004 gewann er als Junior die Bayerische Meisterschaft im Cross und wurde 8. der Deutschen Meisterschaft über 5.000 m. Bei den Männern setzte er seine Erfolgsserie fort: Im Jahr 2005 gewann er die Bayerische Meisterschaft der Männer über 3000 m in der Halle, 2006 und 2007 wurde er jeweils Dritter der Landesmeisterschaften beim Crosslauf bzw. über 1500 m.
Bei den Deutschen Meisterschaften 2007 erreichte er über 5000 m Rang 9 und 2009 über 10.000 m Rang 8. Er wurde deshalb zum SGS-Sportler der Jahre 2007 und 2009 gewählt.Erlanger Stadtrekorde verbesserte Joseph 2005 über 5000 m mit 14:15,52 Minuten und 2009 im 10-km-Straßenlauf auf 30:36 Minuten. 2011 konzentrierte sich Joseph sehr erfolgreich auf die Bayerischen Meisterschaften, wurde im Cross- und beim Berglauf jeweils Zweiter und siegte über 10.000 m. Dafür wurde er mit Wahl zum „Erlanger Sportler 2011“ belohnt.
2001 und 2002 war mit Viola Schäffer eine junge Läuferin der bayerischen Spitze (2002 wurde sie bayerische 10-kmMeisterin) und der erweiterten deutschen Spitze sehr erfolgreich für die SGS. Sie rannte im Wettkampf Strecken zwischen 1500 m und Marathon! Sie stellte auf verschiedenen Strecken Stadtrekorde (1500 m bis 10.000 m und 10 km) auf, gewann reihenweise regionale Läufe, startete (da sie einen ungarischen Startpass hatte) aber nicht für Erlangen bei deutschen Meisterschaften.
Ihre große Laufstärke zeigte sie z.B. 2002 bei der ungarischen Meisterschaft mit 10 km in 34.09 min und 2003 beim Berlin-Marathon in 2:42.52 h.
Denis (3 -1), Joseph (2) und Jean-Jacques (3), denen Oliver (links) nachschaut, sind kurz Chronik der SG Siemens Erlangen Leichtathletik Stand: Dezember 2018 nach dem Start des Winterwaldlaufs 2008 schon in vorderster Position. Ab 2009 siegte auch Christian Dirscherl (Startnummer 1) als SGS-Mitglied für die LG Erlangen, wie z.B. 2010 beim Ingolstädter Halbmarathon mit Erlanger Stadtrekord von 1:08:41 Std. Zusammen mit Joseph und Joachim drückten sie den Stadtrekord über 3x 10km als achte Mannschaft der Deutschen Meisterschaft 2010 auf 1:35:57 Std. In seiner Paradedisziplin gelang Christian in 2012 bei der Deutschen MarathonMeisterschaft ein neunter Platz und er verbesserte damit den Erlanger Stadtrekord auf 2:26:26 Std. Diese Leistung bestätigte er 2013 beim Rom-Marathon, wobei er mit seiner erfassten Zwischenzeit über 25 km in 1:24:08 Std. einen neuen Erlanger Stadtrekord aufstellte.
Neben den Erfolgen von Joseph und Christian, die ab 2014 nicht mehr für unsere Leichtathletik und damit nicht mehr für die LG Erlangen starteten, sorgten (nach Thomas Drechsler) immer mehr die Senioren für Schlagzeilen. Dies würdigte auch die SGS mit den Ehrungen zum Sportler und zur Mannschaft des Jahres.
Jean-Jacques Faurie gewann in der Halle die Deutsche Seniorenmeisterschaft 2006 über 3000 m. 2008 belegte er den Bronzerang der Deutschen Seniorenmeisterschaft über 1500 m. Zusammen mit Jan Schultheiß und Oliver Haensell holte Jean-Jacques 2005 die Deutsche Vizemeisterschaft in der M 30 über 3 x 1000 Meter nach Erlangen. Ein Jahr später gewann ein LGE-Trio mit Jean-Jacques und Oliver die Deutsche Cross-Meisterschaft in der M 40/45. Das Deutsche Vizemeistertrio im 3 x 1000 m Lauf in der Klasse M 40 bildeten 2008 Jean-Jacques, Oliver und Joachim Herrmann. Sie wurden deshalb zur SGS-Mannschaft des Jahres 2008 gewählt.
Oliver Haensell vertrat die LG Erlangen 2006 bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Linz (Österreich) und kehrte als 4. über 3000 m der Klasse M 40 zurück. 2008 gewann er die Bayerische Meisterschaft über 1500 m.
Dennis Mietzsch nahm mehrmals erfolgreich als „Jung-Senior“ an Welt- und Europameisterschaften (2009 Dritter über 10 km) teil; er wurde in der Klasse M 35 2009 über 5000 m Deutscher Seniorenmeister und Zweiter der Deutschen Seniorenmeisterschaft 2008 über 3000 m (Halle) und 2009 über 10.000 m. Er wurde deshalb zum SGS-Sportler des Jahres 2008 gewählt. 2011 gewann Denis die Bayern Lauf-CupSerie.
Dr. Hans Joachim Herrmann wurde 2010 als 49-jähriger mit nur 2 Sekunden Rückstand Deutscher Vizemeister über 10 km der Klasse M45 und Dritter beim Crosslauf. Über die 10 km verhalf er damit einer SGSMannschaft zum Mannschafts-Stadtrekord. Bereits 2008 in der 3x 1000-m-Staffel (s.o.) und 2009 mit mehreren Bayerischen Vizemeisterschaften in der Klasse M45 hatte der laufstarke Senior auf sich aufmerksam gemacht und sich seitdem sogar noch gesteigert. Seinen Durchbruch schaffte der begnadete Seniorenläufer endgültig 2011 in seinem ersten Jahr in der M50, als er Deutscher und Bayerischer Meister jeweils im Crosslauf und über 10 km wurde.
Als Deutscher Vizemeister im Halbmarathon verbesserte er bei dieser „Überlänge“ zusammen Christian und Joseph den Mannschafts-Stadtrekord auf unter 3:38 Std. 2012 wurde Joachim dreimal Deutscher Seniorenmeister der M50 (5000 m, 10.000 m und 10 km Straße) sowie zweimal Deutscher Vizemeister (1500 m und Halbmarathon).
Deshalb wurde Joachim zum SGS-Leichtathleten 2012 gewählt. Danach steigerte er seine Erfolgsbilanz sogar noch beeindruckender: 2013 Deutscher und Europas Vizemeister im Crosslauf (San Sebastian), Deutscher Vizemeister Halbmarathon und 10 km, Deutscher Meister über 10.000 m und 5000 m.
2014 gelang ihm sogar die Weltmeisterschaft im Crosslauf in Budapest (mehr geht nicht!) und als viermaliger Deutscher Meister (5000m, 10000m, 10 km und Halbmarathon) ging dem Aushängeschild der SGS Leichtathleten „fast die Konkurrenz aus“.
2015 folgten bei den deutschen Meisterschaften der Titel im Halbmarathon, Platz 2 über 10.000 m und Platz 3 über 10 km. 2016 gelangen Joachim drei neue Bayerische Rekorde der M55 (10km als deutscher Meister in der M55, 3000 m und 5000 m), aber nach acht Jahren zeigten sich auch deutliche Verschleißerscheinungen durch die vielen Läufe auf höchstem Niveau. So gewann er 2017 „nur“ die deutsche Vizemeisterschaft im Crosslauf.
Helmut Müller bewies sein läuferisches Talent 2011 als Vize-Europameister der M65 über 5000 m. Endgültig feierte er 2012 mit 70 Jahren nicht nur auf bayerischer Ebene Erfolge, sondern steigerte sich sogar auf Bestzeiten: Er wurde Deutscher Meister M70 über 10.000 m, Deutscher Vizemeister über 5000 m (mit Bestzeit!) und gewann in der Bayern Lauf-Cup-Serie.
2013 gewann er die Deutsche Vizemeisterschaft über 10 km, 2014 wurde Helmut wieder Deutscher Meister über 10.000 m, Vizemeister über 800 m und zweimal 3. der Deutschen Meisterschaften (1500 m und 5000 m).
Nach zwei Jahren „DM-Pause“ zeigte Helmut, erstmals in der M75, wieder seine Laufstärke: 2017 gewann er die deutschen Meisterschaften über 800 m und 5000 m im Stadion, wurde deutscher Vizemeister über 10 km und über 800 m in der Halle.
Mit dem Weggängen von Joseph, Christian, Denis und Jean Jacques 2013/2014 gab es zwar einen Einschnitt bei überregionalen Erfolgen, mit Herbert Fröhlich meldete sich 2013 aber ein ehemaliger LGler wieder zurück, der als SGSler gleich sehr erfolgreich in der Klasse M70 startete. Bei den Europameisterschaften der Senioren in Úpice (Tschechien) gewann er innerhalb weniger Tage die Titel über 10 km und Halbmarathon sowie beim Staffel-Crosslauf. Gegen Jahresende blieb ihm zwar bei der Senioren-Weltmeisterschaft in Porto Alegré (Brasilien) der Titel verwehrt, aber er wurde dreimal Vizeweltmeister (Crosslauf, 10.000 m und Marathon) und belegte Platz drei über 5000 m.
Mit Peter Lenz und Hans Freudenberger stießen weitere zwei laufstarke Senioren zu den SGS-Athleten in der LG Erlangen, die ab 2015 in ihren Altersklassen und mit (Altersklassen-)Mannschaften für Top-Plätze bei bayerischen Meisterschaften u.a. Läufen sorgten.
Die Läufergruppen um unsere starken Senioren wurden immer größer und leistungsstärker. 2016/ 2017 kamen wieder einige jüngere männliche und weibliche Talente (Hauptklasse) bzw. jüngere Senioren hinzu, die zwar nicht an das hohe Niveau bei deutschen oder höheren Meisterschaften heranreichten, aber z.B. auf bayerischen Meisterschaften ihre Fähigkeiten zeigten. John hatte wieder eine Frauen-Laufgruppe Chronik der SG Siemens Erlangen Leichtathletik Stand: Dezember 2018 aufgebaut. Hier sind u.a. Larissa Korn (siegte beim BLV-Lauf-Cup 2016, mit 23 Jahren im Läufer-Cup Mittelfranken-Süd 2017 und wurde 10. der bayerischen Meisterschaft im Halbmarathon 2018, wobei sie die LG/SGS-Mannschaft auf den 5. Platz führte) und Jane Frahm (u.a. 2. Frau beim Würzburg-Marathon 2017) zu nennen.
Mit Markus-Kristan Siegler kam ein Triathlet des TB Erlangen als Läufer zur SGS-Leichtathletik. Markus lag reihenweise bei regionalen Läufen vorne, auch mit LGE-Mannschaften, und war auch besonders beim Marathonlauf erfolgreich. Er war wie auch früher Christian sehr mannschaftsdienlich. Bei den bayerischen Marathon-Meisterschaften 2015 und 2017 wurde Markus-Kristan Vizemeister und führte 2015 und 2016 auch die LGE-Mannschaft zur Vizemeisterschaft.
Ganz richtig: hier ist bei den aktuellen Ergebnissen fast nur noch von erfolgreichen Läufern und Läuferinnen zu lesen. Dafür war auch das Interesse in der Gesellschaft vorhanden – im Gegensatz zur allgemeinen Leichtathletik mit ihren technischen Disziplinen! So wird bei der SGS durch uns zwar auch die (allgemeine) Leichtathletik gefördert aber nur mit breitensportlicher Zielrichtung (Übungsleiter Thomas Hofmann). Nach 20 Jahren kam es bei den Schülern/ Kindern/ Jugendlichen zu einem Wechsel des Übungsleiters, da die (in Rumänien) erfolgreiche 3000-m-Läuferin Adriana Juliana Sulica, die die Übungsleitung von ihrem Mann Eugen Sulica mit ihrem pädagogischen Geschick erfolgreich übernommen hatte, 2011 bis 2013 pausierte.
Das bedeutete einen Neuaufbau einer Trainingsgruppe, aus der unter Adriana einige Talente hervorgegangen waren, die dann aber zu anderen Vereinen wechselten. Dies war auch in geringerem Umfang der Fall als Adriana 2014 das Schülertraining wieder übernahm.
Es wird auch eine der (schwierigen) Hauptaufgaben der Verantwortlichen und der Übungsleiter der Erlanger SGS-Leichtathletik in den kommenden Jahren sein, auch bei uns neue Talente zu fördern, die uns hoffentlich erhalten bleiben und auch für Erfolge in Disziplinen der allgemeinen Leichtathletik sorgen. Dann könnte wieder – wie in den Glanzzeiten der SGS-Leichtathletik – ein Trainingsbetrieb mit Trainern für diesen Bereich aufgebaut werden.